SOCIAL MEDIA NEWS >> 01/26
- Denise Göl

- vor 6 Tagen
- 4 Min. Lesezeit

Neue Features, neue Limits, neue Chancen
2026 wird Social Media weiter von KI und Kurzvideo-Feeds geprägt, gleichzeitig schärfen die Plattformen ihre Regeln und Tools rund um Werbung, Suche und Sicherheit.
Wer sichtbar bleiben will, benötigt einen klaren Plan für Content, Ads und den Umgang mit KI.
>> Instagram: Neue Tools, weniger Hashtags
Neue Features in der Videobearbeitungs-App "Edits". Edits wurde um neue Funktionen erweitert. Die wichtigste Neuerung: In Edits erstellte Reels können nun mit IG-Links versehen werden. So lassen sich Querverweise zu anderen Inhalten in der App oder zu anderen Creatorn direkt im Reel integrieren. Die Links erscheinen automatisch beim Upload, wenn das Reel aus Edits nach Instagram exportiert wird.
Instagram stärkt damit die interne Verlinkung innerhalb der Plattform. Nutzer sollen länger in der App bleiben, indem sie von einem Reel gezielt zu weiteren Inhalten geführt werden (ähnlich wie bei empfohlenen Videos auf anderen Plattformen).
Verlinkungen ermöglichen es Creatorn und Marken, Inhalte stärker miteinander zu verzahnen, etwa Serien, Kampagnen oder thematisch zusammenhängende Reels. Das unterstützt eine klarere Content-Logik statt isolierter Einzelposts.
Zusätzlich schlägt Edits jetzt bis zu zehn Ideen für das nächste Reel vor. Die Empfehlungen basieren auf bereits veröffentlichten Inhalten und sollen die Ideenfindung gezielt unterstützen. Instagram senkt damit bewusst die Einstiegshürde für Creator und Marken. Wer regelmäßig posten soll, aber keine klaren Ideen hat, bekommt direkt umsetzbare Vorschläge. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Reels produziert und veröffentlicht werden.
Statt generischer Trend-Ideen greift Instagram auf bereits präsentierte oder thematisch passende Reels zurück. Ziel ist es, Inhalte zu fördern, die zum jeweiligen Account passen und mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut relevant sind. Sowohl für den Algorithmus, als auch für die bestehende Zielgruppe.
Kurz gesagt: Instagram will die Content-Produktion beschleunigen, konsistenter machen und gleichzeitig sicherstellen, dass neue Reels möglichst gut in bestehende Feed- und Empfehlungslogiken passen.
Neue Hashtag-Limits. Instagram führt eine neue Einschränkung bei der Nutzung von Hashtags ein. Hintergrund sind veränderte Nutzungsgewohnheiten sowie der anhaltende Versuch der Plattform, Spam und betrügerische Aktivitäten weiter einzudämmen.
Bereits seit einiger Zeit macht Instagram deutlich, dass Hashtags für die Entdeckung von Inhalten nicht mehr die zentrale Rolle spielen wie früher. Stattdessen übernehmen KI-Algorithmen zunehmend die Aufgabe, für jeden Nutzer relevante Inhalte auszuwählen und auszuspielen.
Konkret bedeutet das: Pro Beitrag dürfen künftig nur noch fünf Hashtags verwendet werden. Dieses Limit soll zur neuen allgemeinen Vorgabe auf Instagram werden.
In unserem Reel erfahren Sie, was wir sonst noch so zum Thema Hashtags zu sagen haben und wo sie überhaupt noch wirken können.
>> Facebook: Neue Signale für Reels-Empfehlungen
Nutzer-Umfragen zur Optimierung von Reels: Meta arbeitet daran, Reels-Empfehlungen gezielter und relevanter auszuspielen. Neben klassischen Signalen wie Likes, Shares und Watchtime fließen künftig auch Nutzer-Umfragen in die Bewertung ein. Damit will Meta besser verstehen, welche Inhalte tatsächlich Interesse wecken – und welche eher beiläufig konsumiert werden. Interaktionen allein liefern dafür oft kein vollständiges Bild.
Durch direktes Feedback aus Umfragen erhält die Plattform zusätzliche Hinweise darauf, wie Reels wahrgenommen werden und welchen Mehrwert User ihnen zuschreiben. Ziel der Umfragen ist es, Empfehlungen nicht mehr ausschließlich an Klick- und View-Zahlen auszurichten, sondern stärker an bewusst positiv bewerteten Inhalten.
Laut Meta lag die Trefferquote der Reels-Empfehlungen ohne diese zusätzlichen Signale bei 48,3 %. Mit den Umfrage-Ergebnissen konnte sie auf über 70 % gesteigert werden.
Zusammengefasst: Facebook will Reels nicht nur häufiger ausspielen, sondern gezielter – auf Basis echten Nutzerfeedbacks statt reiner Engagement-Logik.
>> TikTok Next: Der Trendreport für 2026
Mit „TikTok Next“ hat TikTok seinen jährlichen Trendreport für Marketer veröffentlicht. Er zeigt, wie sich das Nutzerverhalten weiter verändert und welche Ansätze 2026 besonders relevant für Reichweite und Engagement sind. Im Mittelpunkt stehen drei Trendfelder, die laut TikTok maßgeblich prägen, wie Inhalte wahrgenommen und genutzt werden:
>> Reali-TEA: Authentische Einblicke und echte Erfahrungen performen besser als perfekt inszenierte Inhalte.
>> Curiosity Detours: Nischen- und Spezialthemen gewinnen an Bedeutung und bieten Marken die Chance, Interessen gezielt anzusprechen.
>> Emotional ROI: Der Nutzen von Produkten muss klarer kommuniziert und emotional nachvollziehbar gemacht werden.
Der Report unterstreicht damit einen Kurs, den TikTok bereits länger verfolgt: weniger Hochglanz, mehr Relevanz, Nähe und klare Botschaften.
Für uns keine wirkliche Überraschung, denn diese Entwicklung beobachten wir bereits seit einiger Zeit in der Performance von Inhalten und Kampagnen. Neu ist allerdings, wie klar TikTok diesen Ansatz nun auch strategisch bestätigt.
Neue Vorgaben für Werbetreibende: Parallel dazu verschärft TikTok die Regeln für Werbung. Anfang 2026 wird das Feature „Custom Identity“ eingestellt. Anzeigen können künftig nicht mehr ohne offizielles Profil geschaltet werden, sondern ausschließlich über verifizierte TikTok-Konten laufen.
Ziel dieser Änderung ist mehr Transparenz und eine eindeutigere Zuordnung von Werbeinhalten, um Missbrauch und Betrug zu reduzieren. Die Anpassung wurde bereits im Oktober angekündigt.
TikTok setzt also gleichzeitig auf inhaltliche Orientierung durch Trends und auf klarere Regeln, um Vertrauen in Werbung und Absender zu stärken.
>> YouTube: Anpassungen im Shorts-Filter
YouTube hat das Filter-Menü für Shorts überarbeitet. Die bisherige Option „Sortieren nach“ heißt nun „Priorisieren“. Außerdem wurde „Anzahl der Aufrufe“ durch „Beliebtheit“ ersetzt, wobei neben Views auch Signale wie die Wiedergabezeit berücksichtigt werden.
Auch wenn es sich um eine kleine Anpassung handelt, macht sie deutlich, dass YouTube Relevanz stärker gewichtet als reine Klickzahlen. Und damit auch transparenter zeigt, welche Inhalte im Feed tatsächlich bevorzugt ausgespielt werden.
>> LinkedIn: Erweiterung der AI Job Discovery
LinkedIn baut seine KI-gestützten Tools für die Jobsuche weiter aus. Die sogenannte AI Job Discovery ist jetzt auch auf Deutsch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch verfügbar.
Der KI-gestützte Suchprozess ermöglicht es Usern, ihren Wunschjob in einfachen Worten zu beschreiben. Auf dieser Basis schlägt LinkedIn passende Stellenangebote und berufliche Möglichkeiten vor. Die Erweiterung zeigt, wie stark LinkedIn KI inzwischen einsetzt, um Suche und Matching gezielter und zugänglicher zu machen.
>> Fazit
Zusammengefasst zeigen die aktuellen Updates deutlich, wohin sich Social Media weiterentwickelt: mehr KI, mehr Kurzvideo und klarere Regeln für Inhalte, Werbung und Sichtbarkeit. Welche Themen darüber hinaus besonders prägend waren, zeigen unsere liebsten Trending Topics aus dem Januar.
>>> Unsere liebsten Trending Topics aus dem Januar

Damit senden wir herzliche Grüße an Sie.
Ihre
Denise Göl
































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