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SOCIAL MEDIA NEWS >> 05/26



Diesen Monat liefern die Plattformen gleich mehrere Updates, die im Alltag sofort spürbar sind: neue Funktionen fürs Veröffentlichen, neue Signale für Reichweite und ein klarer Ausbau von Abo- und Werbelogiken. Gleichzeitig wird deutlicher, welche Inhalte künftig bevorzugt und welche eher ausgebremst werden.


Hier kommt der kompakte Überblick, damit Sie sofort wissen, was für Sie relevant ist.


>> Instagram: Originalität gewinnt


Algorithmus-Update. Mit Mai werden Fotos und Carousel-Posts von Aggregator-Accounts (also Profilen, die überwiegend re-posten) nicht mehr in Explore und anderen Empfehlungsflächen ausgespielt, damit Original-Creator mehr Reichweite und Credit bekommen.

Als „original“ zählen neben eigenen Uploads auch Foto-Serien, How-to-Guides und visuelle Stories, solange bei Fremdmaterial echter Mehrwert hinzugefügt wird.


Für Follower ändert sich die Ausspielung nicht; wer fremden Content teilen will, soll dafür Collab, Remix, Paid Partnership oder Repost/Stories nutzen, damit die Attribution sauber bleibt.


Was bedeutet Reichweite? Adam Mosseri erklärt, dass Reichweite vorwiegend über Engagement-Raten entsteht und Sie deshalb nicht nur auf „Wie viele haben es gesehen?“, sondern auch auf „Wie viele haben reagiert?“ schauen sollten. Entscheidend ist außerdem die Unterscheidung zwischen Followern und Nicht-Followern. Für mehr Follower-Reichweite zählen vor allem Likes, für Wachstum über die eigene Community hinaus ist geteilt der stärkere Hebel.


Neue Reels-Funktion? Die Plattform testet eine neue Reels-Funktion namens „Swap“, mit der Nutzer den Text-Overlay eines fremden Reels durch eigenen Text ersetzen können, ohne das Video selbst zu verändern.

Wichtig für Creator: Laut Beschreibung soll es auch eine Option geben, Swap für die eigenen Reels zu deaktivieren, wenn man diese Art der Weiterverwendung nicht möchte.


Einzelne Captions für Carousel-Post. Die Plattform testet, dass Sie bei Carousel-Posts für jedes einzelne Bild/Video eine eigene Caption hinzufügen können, statt nur eine Gesamtbeschreibung für den ganzen Post.

Das soll Carousels mehr Kontext und mehr Informationswert geben und damit auch Engagement und Reichweite stärken, weil Nutzer länger und gezielter durch die Slides geführt werden.

Aktuell läuft das als Test, ist also noch nicht für alle ausgerollt.


„Interessen“-Anzeige im Profil. Die Plattform testet eine neue „Interessen“-Anzeige im Profil, über die Nutzer bis zu fünf Themen hinzufügen können, um schneller mit Gleichgesinnten verbunden zu werden.

Diese Interessen sollen nicht nur im Profil sichtbar sein, sondern auch beeinflussen, welche Inhalte Nutzer künftig sehen.

Das Feature knüpft an frühere Experimente wie „Picks“ an und ist ein weiterer Versuch, neben Unterhaltung wieder mehr Community und Verbindung in die Nutzung zu bringen.


AI-Creator-Label. Die Plattform führt ein neues „AI-Creator“-Label ein, das Accounts aktiv im Profil einschalten können, wenn sie regelmäßig KI-Tools für ihre Inhalte nutzen.

Das Label erscheint im Profil und bei Posts und baut auf den bestehenden „AI info“-Kennzeichnungen auf, die entweder manuell gesetzt oder automatisch ergänzt werden, wenn KI-Nutzung erkannt wird.

Ziel ist mehr Transparenz darüber, was „echt“ ist und was nicht; der Rollout startet zunächst begrenzt und soll in den kommenden Wochen ausgeweitet werden.


>> Meta: Social wird Suche


Rückgang der täglich aktiven Nutzer. Meta meldet für Q1 2026 erstmals einen Rückgang der täglich aktiven Nutzer auf 3,56 Mrd. (gegenüber 3,58 Mrd. in Q4 2025) und führt das u. a. auf Internetstörungen im Iran sowie Einschränkungen rund um WhatsApp in Russland zurück.

Trotzdem wächst das Geschäft deutlich: Der Umsatz liegt bei 56,31 Mrd. USD ( +33 % YoY ).

Treiber dafür sind vor allem mehr und teurere Werbung, denn die Ad-Impressions stiegen um 19 % und der durchschnittliche Anzeigenpreis um 12 % im Jahresvergleich.


Social Media als Search- und Discovery-Kanal. In einer neuen, dreiteiligen Serie beschreibt Meta einen klaren Shift: Konsumenten nutzen Social Media immer stärker als Search- und Discovery-Kanal, während klassische Google-Suchen pro US-Nutzer laut Report rund 20 % YoY zurückgehen.

Treiber sind vor allem UGC und Short-Form-Videos, die Produkte im Feed „nebenbei“ auffindbar machen und Kaufimpulse auslösen.


Als nächsten Schritt positioniert Meta KI als Brücke zwischen Suchen und Content-Discovery und empfiehlt Marken, ihre Produktdaten/Listings und Promotions so auszurichten, dass sie in dieser Social-Search-Logik besser auffindbar sind.


Neongrüne Grafik mit der Überschrift „Moderne Suchumfelder verstehen“. Darunter vier Kreisdiagramme mit Icons (Paket, Smiley, Einkaufswagen, Smartphone). Unten stehen vier Kennzahlen mit kurzen Aussagen: 92 % nutzen Social- und Discovery-Plattformen zur Produktrecherche, 58 % finden Social Media zur Produktentdeckung angenehmer als klassische Suche, 63 % kaufen schneller, wenn Social Media bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielt, und 41 % der Gen Z nutzen zuerst Social-Plattformen, bevor sie klassisch suchen. Kleine Herz-Sticker mit Flügeln sind dekorativ platziert.
Moderne Suchumfelder: Social wird zur Produktsuche.

Neue KI-Agents. In Planung sind KI-Agents, die nicht nur Fragen beantworten, sondern aktiv Aufgaben übernehmen, vor allem rund um Shopping und Alltagsorganisation.


Beispiele wären: Der Agent sucht ein passendes Produkt nach Ihren Kriterien, vergleicht Optionen, legt es in den Warenkorb und startet den Checkout. Oder er organisiert Dinge wie Reservierungen, Reiseplanungen oder Terminabstimmungen. Geplant sind laut Bericht u. a. ein in Apps integrierter Agent („Hatch“) für Nutzeraufgaben und ein weiteres Tool („Metamate“) für interne Workflows. Damit wäre es der Schritt von „KI erklärt“ zu „KI macht“, was deutlich mehr Vertrauen, Kontrolle und Sicherheitsmechanismen erfordert.


>> LinkedIn: Mehr Relevanz, weniger KI-Rauschen


Optimierter Feed durch KI. LinkedIn nutzt KI-basierte, generative Empfehlungen, um das Verhalten von Mitgliedern plattformübergreifend besser zu verstehen und daraus relevantere Inhalte auszuspielen, statt Feed, Jobs, Benachrichtigungen und weitere Bereiche getrennt zu bewerten.

Dadurch können Signale aus einem Bereich (z. B. Ihr Engagement im Feed) künftig stärker beeinflussen, welche Jobs, Benachrichtigungen oder Kontakte Ihnen vorgeschlagen werden, weil LinkedIn Ihr Verhalten als „durchgehende berufliche Journey“ interpretiert.


Ziel ist ein Feed, der schneller auf neue Interessen reagiert und insgesamt passender wird, weil mehr zusammenhängende Interessenmuster erkannt werden.


Eingeschränkte Reichweite durch KI. Die Reichweite von Beiträgen soll begrenzt werden, die erkennbar KI-generiert sind und keine eigene Perspektive liefern. Gleichzeitig sollen automatisierte bzw. KI-generierte Kommentare stärker erkannt und in ihrer Verbreitung eingeschränkt werden.

Zusätzlich sollen Nutzer mit neuen Filtern Inhalte nur von verifizierten Profilen anzeigen lassen können, um dem Anstieg von Bot- und Fake-Accounts entgegenzuwirken.


Die Botschaft dahinter ist klar: KI darf beim Formulieren helfen, aber Posts und Kommentare sollen Ihre eigene Stimme und Expertise widerspiegeln, sonst werden sie künftig seltener empfohlen.


Als Quelle bei KI-Chatbots. Ein neuer Meltwater-Report zeigt, dass Inhalte von LinkedIn bei B2B-Fragen in KI-Chatbots überdurchschnittlich oft als Quelle genannt werden, besonders Posts von persönlichen Profilen, nicht nur Unternehmensseiten.

Heißt praktisch: Wer in AI-Suchen sichtbar sein will, sollte LinkedIn als Quellenkanal denken und Expertise so veröffentlichen, dass sie zitierfähig ist (klarer Kontext, konkrete Aussagen, nachvollziehbare Insights).


Neue Video-Tipps. Neue Video-Tipps aus der „Creator Video“-Kommunikation betonen, dass Video vorrangig dann funktioniert, wenn Sie echte Erfahrungen, konkrete Learnings und praktische Insights teilen statt polierter Werbebotschaften.

Außerdem empfiehlt LinkedIn, regelmäßig zu posten und Video als wiederkehrendes Format zu denken. Ergänzend verweist die Plattform auf neue Video-Updates und Formate, die Creator nutzen können, um Sichtbarkeit und Engagement im Feed mitzunehmen.


Sitzungen direkt über LinkedIn. Es soll ermöglicht werden, dass Berater:innen und Coaches bezahlte 1:1-Sessions direkt über das Profil anbieten, inklusive Buchung, Zahlung und Video-Call innerhalb der Plattform.

Die Funktion ist Teil von Premium Business und startet zunächst in den USA, um aus Reichweite und Netzwerk schneller konkrete Leads und Umsatz zu machen.

Zusätzlich erweitert LinkedIn für bestimmte Premium-Pläne weitere Features wie Post-Boosting in der App und baut KI-Assistenz im Recruiting („Hiring Pro“) aus.


>> TikTok: Commerce, Reisen, Abo-Modell


Käufe über Affiliate-Links. TikTok-Nutzer werden stark durch Affiliate-Links zum Weiterrecherchieren und Kaufen bewegt: Laut einem TikTok-Manager suchen 77 % der interessierten Shopper nach dem Produkt, nachdem sie Affiliate-Content im Feed gesehen haben.

Für die Kaufentscheidung sind dabei besonders Kommentare anderer Nutzer entscheidend, weil sie als soziale Bestätigung wirken und den ersten Kauf absichern.

Für Wiederkäufe funktionieren vorrangig Tutorials und erklärende Videos, die zeigen, warum ein Produkt wirkt (z. B. Zutaten, Anwendung, „Science behind it“).


Über TikTok Urlaube buchen. Mit TikTok GO weitet TikTok ein Programm in den USA aus, mit dem Creator Provisionen verdienen können, wenn sie Hotels, Unterkünfte und „Things to do“ in ihren Videos taggen und Nutzer anschließend darüber buchen.

Die Buchung wird dabei direkt in der App erleichtert: Nutzer können Details ansehen, Verfügbarkeit prüfen und mit wenigen Schritten abschließen, während Creator die passenden Partner über den Monetization-Bereich auswählen und verlinken.

Unterm Strich baut TikTok damit sein Affiliate-/Travel-Ökosystem weiter aus und macht aus „Discovery“ im Feed schneller messbare Buchungen.


Bald werbefreies Abo? In Großbritannien führt TikTok eine Werbefrei-Option ein: Erwachsene Nutzer können für £3,99 pro Monat die App ohne Anzeigen nutzen.

Wer das Abo nutzt, bekommt weiterhin das volle TikTok-Erlebnis, aber ohne personalisierte Ads, und TikTok nutzt die Daten dieser Nutzer nicht mehr fürs Ad-Targeting.

Der Rollout erfolgt schrittweise in den kommenden Monaten und gilt zunächst für Accounts ab 18 Jahren in den UK.


>>YouTube: Langfristig statt schnell


Was Creator wissen müssen: YouTube hat ein 6-seitiges „Brand Growth Playbook“ veröffentlicht, das Marken erklären soll, wie sie auf YouTube systematisch wachsen und die Creator-Economy für sich nutzen.

Kernargumente: YouTube wird laut Guide häufig für Recherche und Kaufentscheidungen genutzt, Inhalte haben lange Lebensdauer (ein großer Teil der Views kommt erst 30+ Tage nach Upload), und YouTube soll im Schnitt höhere langfristige ROAS als Paid Social liefern.


Als einfache Erfolgslogik nennt der Guide drei Säulen: Bring (Ads an YouTube-Formate anpassen), Build (mit Creators/Influencern arbeiten) und Boost (mit YouTube-Ads Content pushen und Brand Equity aufbauen).


Außerdem betont das Playbook, dass Sie auf YouTube (vor allem über Shorts) Zielgruppen erreichen, die Sie auf TikTok und Instagram Reels so nicht abdecken. Laut den dort zitierten Daten sind 45 % der Shorts-Nutzer nicht auf TikTok und 65 % nicht auf Instagram Reels.


Neongrüner Hintergrund mit großer schwarzer Überschrift „Erreiche deine Zielpersonen“. In der Mitte ein schwarzer Kreis mit YouTube-Shorts-Logo und dem Wort „Shorts“, links ein Kreis mit TikTok-Icon, rechts ein Kreis mit Reels-Icon. Unten stehen zwei Kennzahlen: „45% der YouTube Shorts Nutzer:innen sind nicht auf TikTok“ und „65% von ihnen sind nicht auf Instagram Reels“. In den Ecken sind kleine Herz-Sticker mit Flügeln verteilt.
YouTube Shorts erreicht Zielgruppen, die weder auf TikTok noch auf Instagram Reels sind.

>> META baut Erkennung von Minderjährigen mit Hilfe von KI aus

Das Unternehmen baut seine Erkennung von Minderjährigen aus und setzt dabei stärker auf KI-basierte Altersabschätzung, um falsche Altersangaben besser aufzudecken. Neu ist vor allem, dass die KI nicht nur auf das angegebene Geburtsdatum schaut, sondern zusätzliche Signale im Profil auswertet – inklusive visueller Hinweise aus hochgeladenen Fotos und Videos sowie Kontext aus Profiltexten, Posts, Kommentaren, Bios oder Captions (z. B. Hinweise auf Schulstufen oder Geburtstags-Content).


Parallel werden die Prozesse drumherum vereinfacht: Es gibt leichtere Meldewege, damit Nutzer verdächtige Accounts schneller melden können, und Hinweise/Prompts für Eltern, um die Nutzung besser zu begleiten.


Wenn die Systeme einen Account als unter 13 einstufen, kann er deaktiviert werden und muss anschließend über einen Altersnachweis verifiziert werden, um nicht dauerhaft entfernt zu werden. Insgesamt ist das auch ein Signal Richtung Regulierung: Altersgrenzen sollen nicht mehr nur ein Eingabefeld, sondern durchsetzbarer Standard werden.


>> Fazit

Zusammengefasst ziehen die Plattformen gerade alle am selben Hebel: Sie belohnen Originalität und echte Reaktionen, machen KI zum festen Bestandteil von Feed, Tools und Prozessen und rücken Commerce näher an den Content. Für Marken heißt das: weniger auf schnelle Hacks setzen, mehr auf klare Formate mit Substanz, aktive Community-Arbeit und Content, der auch außerhalb der eigenen Followerbasis funktioniert.


Wer jetzt strukturiert testet, sauber misst und konsequent auf Relevanz optimiert, gewinnt Sichtbarkeit – auch wenn der Feed insgesamt selektiver und stärker monetarisiert wird.



>>> Unsere liebsten Trending Topics aus dem Mai


















Damit senden wir herzliche Grüße an Sie.


Ihre Celina Krausch

Social Media Managerin













 
 
 

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