SOCIAL MEDIA NEWS >> 06/26
- Celina Krausch
- 13. Juli
- 5 Min. Lesezeit

Die Plattformen drehen weiter an den Stellen, die für Marken wirklich relevant sind: Sichtbarkeit, Steuerung, KI und Kaufimpulse. Instagram macht Reels und Profile flexibler, Meta rückt KI näher an den Alltag, LinkedIn testet neue Wege für Reichweite über Menschen und Themen, während YouTube, Pinterest und Google stärker an Auswertung, Suche und Commerce arbeiten.
Kurz gesagt: Wer Content nur als Post denkt, denkt inzwischen zu klein.
>> Instagram: Neue Funktionen zum Personalisieren
Series-Funktion für Reels. Getestet wird eine Series-Funktion für Reels, mit der zusammenhängende Videos als Reihe gebündelt werden können – inklusive Link-Shortcuts im Player und Sammlungen im Creator-Profil. Dadurch sollen Creator Themen, Storylines oder wiederkehrende Formate besser zusammenführen und Nutzer länger in zusammenhängenden Inhalten halten. Der Schritt zeigt auch, dass Reels nicht nur als einzelnes Kurzvideo gedacht werden, sondern stärker in Richtung episodischer Content, längere Nutzung und Community-Bindung weiterentwickelt werden.
Personalisierbares Grid. Das Profil-Grid lässt sich für manche schon länger neu anordnen, dies ist jetzt für fast jeden freigegeben, sodass Sie selbst festlegen können, welche Posts wo im Profil erscheinen. Dafür halten Sie einen Beitrag gedrückt, wählen „Raster neu anordnen“ und ziehen Inhalte an die gewünschte Position; Änderungen werden direkt gespeichert und sind für Profilbesucher sichtbar. Für Creator und Marken ist das spannend, weil sich das Profil stärker kuratieren lässt, z. B. um Top-Content, Kampagnen oder visuelle Reihen besser hervorzuheben.
Neues Ad-Format. Reels Post-View-Ads werden für alle Werbetreibenden ausgerollt und erscheinen zwischen Reels, genauer: direkt nach dem Ende eines organischen Reels im Stream. Vor der Anzeige läuft ein 5-Sekunden-Countdown im ursprünglichen Reel, danach startet die Ad automatisch: Nutzer können sie überspringen oder über einen manuellen Skip-Button wegklicken und landen dann wieder beim ursprünglichen Reel. Ausgespielt wird die Platzierung nur nach geeigneten organischen Reels mit mehr als 60 Sekunden Länge und kann künftig über die bestehenden Reels-Ad-Tools im Campaign Manager ausgewählt werden.
Eigenbestimmung im Feed. Die „Your Algorithm“-Funktion wird auf den Hauptfeed ausgeweitet, sodass Nutzer stärker mitbestimmen können, welche Themen sie häufiger oder seltener sehen möchten. Dafür schlägt die App zunächst Themen auf Basis des bisherigen Nutzungsverhaltens vor; Anpassungen sollen dann direkt in die Feed-Ausspielung einfließen. Spannend daran: Die Plattform gibt damit etwas mehr Kontrolle zurück, obwohl algorithmische Empfehlungen weiterhin der zentrale Treiber für Nutzung und Verweildauer bleiben.
>> Meta: Alles um KI
Tragbarer KI-Anhänger. Geplant ist ein tragbarer KI-Anhänger, über den Nutzer jederzeit per Tippen auf Meta AI zugreifen könnten, also ein weiteres Wearable neben den AI-Brillen. Das Gerät soll offenbar auf der Übernahme von Limitless aufbauen und könnte Gespräche aufzeichnen, zusammenfassen, übersetzen, Notizen erstellen oder Erinnerungen aus Gesprächen ableiten. Der größere Punkt dahinter: KI soll weniger als einzelner Chatbot funktionieren und stärker in den Alltag wandern, allerdings mit offenen Fragen zu Datenschutz, Nutzen und Akzeptanz.
KI personalisieren. Off-Site-Daten, die bisher vor allem für personalisierte Werbung genutzt wurden, sollen künftig auch Feeds und KI-Antworten stärker personalisieren. Konkret können Signale von Partner-Websites, z. B. besuchte Seiten, betrachtete Produkte oder Käufe, dafür genutzt werden, passendere Inhalte und individuellere Antworten der KI auszuspielen. Das kann Empfehlungen relevanter machen, wirft aber auch Datenschutz- und Vertrauensfragen auf, weil KI dadurch noch stärker so wirkt, als würde sie Nutzer persönlich „kennen“.
>> LinkedIn: Wird es Instagramisiert?
Co-Autoren-Postings. Getestet werden Collaborative Posts, bei denen mehrere Personen oder Unternehmensseiten gemeinsam als Co-Creator eines Beitrags erscheinen können. Über die neue Option „Add Collaborators“ lassen sich andere Mitglieder oder Pages direkt beim Erstellen eines Posts einladen; alle Beteiligten werden dann oben im Beitrag sichtbar aufgeführt. Für Marken ist das spannend, weil sie stärker von persönlichen Netzwerken, Creator-Kooperationen und Team-/Partnerkommunikation profitieren können – also mehr Reichweite über Menschen statt nur über Unternehmensseiten.
Neue Feed-Möglichkeiten. Getestet werden themenbasierte Suggested Feeds, die Nutzer zusätzlich zum normalen Feed sehen können und die auf ihren Interessen, bisherigen Interaktionen oder aktuellen Trendthemen basieren. Ziel ist es, relevante Fachnews und Inhalte gezielter sichtbar zu machen und die Nutzung über den klassischen Hauptfeed hinaus zu erweitern. Für Marken und Creator kann das spannend werden, weil gute Inhalte in passenden Themenfeeds zusätzliche Reichweite bekommen könnten, vorausgesetzt, sie sind klar einem Thema zuordenbar und fachlich relevant.
>> YouTube: Wichtig für Ihre Ads
Neue Tools für Ads. Neue Ad-Metrics-Tools sollen Kampagnenplanung und Auswertung auf YouTube deutlich datenbasierter machen: Über den Google Ads Insights Finder können Marketer Trends nach Thema, Standort, Demografie und Zielgruppen-Segmenten suchen und zusätzlich sehen, welche YouTube-Ads gerade gut funktionieren. Außerdem werden Brand-Pulse-Metriken, Creator-Daten und weitere API-Insights ergänzt, damit Marken besser verstehen, wie organische und bezahlte Inhalte performen. Dazu kommt Gemini-Unterstützung für Demand-Gen-Kampagnen, die konkrete Hinweise geben soll, welche Visuals die Performance verbessern könnten.
>>Pinterest: Links direkt zu Amazon
Pins mit Links. Amazon-Storefront-Creator können ihre Produkte künftig einfacher direkt in Pins verlinken, inklusive automatisch hinterlegter Affiliate-Informationen. Dadurch wird Pinterest für Creator als Shopping- und Affiliate-Kanal attraktiver, weil Produktempfehlungen leichter auffindbar und Käufe besser zuordenbar werden. Für Marken und Creator ist das spannend, weil Pinterest stark für Produktsuche genutzt wird und die Verbindung aus Inspiration, Empfehlung und direktem Shopping dadurch weiter verkürzt wird.
>> Die Zukunft des Suchens
Inhalte sollten künftig so geplant werden, dass sie nicht nur im Feed gut funktionieren, sondern auch von KI-Chatbots als relevante und verlässliche Quelle erkannt werden. Dafür werden klare Überschriften, direkte Antworten auf konkrete Fragen, eigene Fachperspektiven und gut strukturierte Inhalte wichtiger. Je eindeutiger ein Beitrag ein Thema erklärt, einordnet oder mit eigenen Insights ergänzt, desto größer ist die Chance, dass er in KI-Antworten aufgegriffen wird.
Das ist besonders relevant, weil sich das Suchverhalten verändert: Viele Nutzer stellen ihre Fragen nicht mehr nur bei Google, sondern direkt in KI-Tools. Wenn Ihre Inhalte dort als Quelle erscheinen oder in Antworten einfließen, erreichen Sie Menschen schon sehr früh in ihrer Recherche- oder Entscheidungsphase. Dadurch entsteht Sichtbarkeit nicht nur über Likes und Reichweite im Feed, sondern auch über Vertrauen, Fachautorität und Auffindbarkeit in neuen Suchumfeldern.
>> Google Search Profiles
Google testet neue Search Profiles, mit denen Publisher, Marken und Creator ihre Inhalte direkt in der Google-Suche bündeln können. In diesen Profilen erscheinen aktuelle Artikel, Videos und Social Posts aus bestehenden Social- und Video-Kanälen an einem zentralen Ort; Nutzer können diesen Quellen folgen, wodurch die Inhalte künftig häufiger in Google Discover auftauchen könnten.
Spannend ist das vor allem, weil Google damit Marken und Creatorn eine direktere Verbindung zu Suchenden geben will, gerade in einer Zeit, in der AI Overviews klassische Suchergebnisse stärker zusammenfassen und dadurch weniger Klicks auf einzelne Websites entstehen können. Search Profiles könnten also helfen, Sichtbarkeit in der Suche besser zu sichern und eigene Zielgruppen innerhalb von Google aufzubauen.
Aktuell ist das Feature aber noch sehr exklusiv: Zum Start ist es nur in den USA verfügbar und richtet sich an Publisher und Creator mit großer Reichweite, etwa ab 100.000 Followern auf YouTube, Instagram oder X bzw. 300.000 Followern auf TikTok.
>> Social Media als Nachrichtenplattform
Der Reuters Digital News Report 2026 zeigt, dass Social Media inzwischen die wichtigste Nachrichtenquelle ist und damit TV sowie klassische News-Websites überholt. Das verändert, wie Menschen Informationen wahrnehmen: Nachrichten werden häufiger über Feeds, Creator und algorithmische Empfehlungen entdeckt, statt gezielt auf journalistischen Plattformen gesucht. Besonders TikTok und Instagram gewinnen als Nachrichtenquellen an Einfluss, während X laut Artikel an Bedeutung verliert.
Kritisch ist dabei, dass diese Nachrichtenlogik stark von Aufmerksamkeit und Engagement geprägt ist. Creator können Themen zwar zugänglicher machen, sind aber nicht immer an journalistische Standards, Einordnung oder Faktenprüfung gebunden. Dadurch steigt das Risiko, dass Inhalte zugespitzt, emotionalisiert oder verzerrt dargestellt werden, weil das im Feed oft besser funktioniert als nüchterne Information.
Zusätzlich nennt der Artikel KI-Chatbots als wachsende Nachrichtenquelle. Das ist relevant, weil Nutzer Antworten von KI-Tools zunehmend als Wahrheit wahrnehmen können, obwohl Halluzinationen oder falsche Zusammenfassungen weiterhin ein Problem sind. Für Marken, Medien und Kommunikation heißt das: Inhalte müssen nicht nur sichtbar, sondern auch sauber belegt, gut einordenbar und vertrauenswürdig sein, denn Nachrichtenkonsum verschiebt sich immer stärker in Umfelder, in denen Plattformlogik, Creator-Einfluss und KI-Ausgaben die Wahrnehmung mitprägen.
>> Fazit
Die Richtung ist eindeutig: Content muss mehr können als gut aussehen. Er muss auffindbar sein, Vertrauen aufbauen, Fragen beantworten und in mehreren Situationen funktionieren – im Feed, in der Suche, in KI-Antworten und im Kaufmoment.
Für Marken heißt das: weniger Einzelposts, mehr klare Content-Systeme mit wiedererkennbaren Formaten, belastbaren Aussagen und einem sauberen Plan für Distribution und Auswertung.
>>> Unsere liebsten Trending Topics aus dem Juni

Damit senden wir herzliche Grüße an Sie.
Ihre Celina Krausch
Social Media Managerin






























Kommentare